„Dinge, die bleiben“, erinnern an Menschen, die nicht geblieben sind. Erinnerungsdinge ziehen den Vergangenen fassbar und ansehnlich wieder ins Leben. Bei einer Bestattung sind es Dinge der materialen Kultur, die sorgsam aufbewahrt werden: Fotos, Kleidungsstücke, Briefe, Erinnerungsurnen oder -diamanten. Diese Artefakte haben für die Angehörigen die Bedeutung von Privat-Reliquien. Während die katholische Kirche in der kultischen Verehrung heiliger Überreste eine lange Tradition pflegt, kultiviert der Protestantismus diese Praxis nicht. In der spätmodernen Religions- und Bestattungspraxis fließen die konfessionellen Kontraste jedoch ineinander. Die Wiederentdeckung des Nahverhältnisses von Dingen und Menschen in der Sepulkralkultur signalisiert theologischen, religions- und kulturwissenschaftlichen Klärungsbedarf. Die von der Stiftung Deutsche Bestattungskultur geförderte Tagung „Reliquien. Die Dinge die bleiben“ diskutierte diese religionskulturellen Phänomene. Der zugehörige Tagungsband dokumentiert die im interdisziplinären Diskurs gewonnenen Einsichten.

Thomas KLIE/Jakob KÜHN (Hg.): Die Dinge, die bleiben. Reliquien im interdisziplinären Diskurs. Bielefeld: transcript 2020

ISBN: 978-3-8376-5213-0

https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-5213-0/die-dinge-die-bleiben/

https://www.bestattungskultur.uni-rostock.de/funerale/funerale-8/