Bestattungskulturen in der Migrationsgesellschaft

Der Einfluss gesellschaftlicher Veränderungsprozesse auf Überzeugungen und Einstellungen gegenüber verschiedenen Formen der Trauerverarbeitung im Gesamtkontext der Migrationsgesellschaft wurde bisher kaum untersucht. Zunehmend werden im medialen Diskurs die Problematiken verschiedener religiöser Ausrichtungen und Alternativen zur traditionellen Bestattungskultur aufgezeigt. Besonders für Menschen mit Migrationshintergrund kann die Frage, wie es nach dem Tod weitergehen soll, oft eine große Belastung darstellen. Die Angehörigen sehen sich mit der Entscheidung zwischen einer Rückführung in das Heimatland bzw. einer Bestattung hier konfrontiert, um einen für sie erreichbaren Ort der Trauer zu schaffen. Zudem lassen sich vielfältige Strömungen hinsichtlich der bestehenden Rituale erkennen, die sich im Spannungsverhältnis zwischen Tradition und Individualisierung bzw. Anonymität bewegen. Bestattungsunternehmen können Wünschen oft nicht gerecht werden, weil sie an gesetzliche Rahmenbedingungen gebunden sind.

Erfahrungen und Kulturen des Trauerns beeinflussen subjektive Formen der Thematisierung von Tod sowie individuelle Handlungsprämissen und Entscheidungsprozesse hinsichtlich der jeweils favorisierten Praktiken und Riten. Dabei spielen verschiedene Verständnisse – seien sie kulturell oder religiös geprägt – eine entscheidende Rolle. Die Analyse von Kommunikationskulturen im Zusammenhang mit Trauer und Entscheidung im Kontext „Tod in der Migration“ soll die zunehmende Komplexität des Arbeitsalltages sowie den Umgang mit diesen gesellschaftlichen Veränderungsprozessen aus Perspektive von Bestattungsunternehmen zeigen. 

Weiterführende Informationen finden Sie auf der Projektseite bei der Universität Salzburg.