Dieser Leitsatz ist heute aktueller denn je. Unsere Gesellschaft ist immer tieferen und immer kürzer getakteten Veränderungen unterworfen. Diese Veränderungen beeinflussen auch den privaten wie den öffentlichen Umgang mit Tod und Trauer.

Fundamentaler Wandel in den letzten Jahrzehnten

Die Bestattungskultur erfährt seit etwa zwei Jahrzehnten einen fundamentalen Wandel. Treibende Faktoren dafür sind die sich durchsetzende Säkularisierung, erhöhte Mobilität, ein gewandeltes Familienbild, Interkulturalität und Individualisierung. Traditionelle Riten und Formen verschwinden. Auf der einen Seite nehmen etwa anonyme Bestattungen zu, die ohne Trauerfeier stattfinden und sichtbaren Zeichen des Gedenkens keinen Stellenwert mehr einräumen. Der Prozess des Sterbens wird gleichsam zum Prozess des Unsichtbarwerdens. Demgegenüber ist auf der anderen Seite ein massiver Trend der Individualisierung zu beobachten, mit einer Pluralisierung der Bestattungsformen und einer Vielfalt von neuen Ritualen.

Für eine zeitgemäße, menschenwürdige Bestattungskultur

Die Stiftung Deutsche Bestattungskultur setzt sich für Erhalt und Förderung einer zeitgemäßen, menschenwürdigen Bestattungskultur ein. Dazu gehört, das gesellschaftliche Bewusstsein für die historische Entwicklung der Bestattungskultur zu schärfen und dieses Kulturerbe zu schützen und zu pflegen. Darüber hinaus möchte die Stiftung den fortlaufenden Wandel der Bestattungskultur konstruktiv begleiten, neue Entwicklungen aufzeigen und zur Diskussion stellen. Die Würde der Verstorbenen und die Bedürfnisse der Trauernden müssen dabei handlungsleitend sein.

Trauer und Trauern brauchen einen Ort

Es gehört zu den Überzeugungen der Stiftung, dass Trauer und Trauern einen Ort brauchen. Wir fühlen uns daher einer Trauer- und Gedenkkultur verpflichtet, die öffentlich ist und zu der der Friedhof als zentrales Kulturgut in der Mitte unseres Gemeinwesens gehört. Aus diesem Grund gehören Erhalt und Förderung der Friedhofskultur ebenfalls zu den Zielen der Stiftung Deutsche Bestattungskultur.

Gesellschaftliche Debatten enttabuisieren

Die Stiftung möchte gesellschaftliche Debatten über Tod und Trauer enttabuisieren. Unser zentrales Anliegen ist es, die Auseinandersetzung mit entsprechenden Themen und Fragen aus Randbereichen und Fachkreisen in die Öffentlichkeit zu tragen. Dieses Anliegen verfolgen wir sowohl durch die Förderung von innovativen wissenschaftlichen und kulturellen Projekten als auch durch eigene Projekte und Veranstaltungen.