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Viele Menschen, die einen anderen Menschen verloren haben, haben dennoch das Gefühl, dass der oder die Tote nach wie vor anwesend ist. Der hannoversche Fotograf und Autor Bert Strebe porträtiert solche Menschen – und zwar, wie er sagt, mit ihren Verstorbenen. Zwar könne die Kamera die Toten nicht sehen. Aber sie würden im Gesicht der Hinterbliebenen erkennbar, in ihren Augen, in ihrer Haltung, in einer Geste oder im Fehlen einer Geste. Die Welt, in der sich die Toten bewegen, nennt Bert Strebe „Anderwelt“ – angelehnt an die keltische Mythologie, der zufolge die Toten in der gleichen Welt wie die Lebenden existieren, nur auf einer anderen, nicht immer sichtbaren Ebene. 

Die Schwarzweißaufnahmen zeigen die Protagonisten an Orten, die ihnen selbst und/oder den Verstorbenen wichtig waren und sind: eine Wiese in der Sonne, eine Gaststätte, in der Natur, im Zimmer des toten Sohnes, auf dem Friedhof. Zugleich lässt Bert Strebe die Fotografierten erzählen. Es sind berührende Texte voll von Nähe, von Abschiednehmen, von Schmerz und Hoffnung.

Aus dem Projekt sollen 2026 eine Ausstellung und ein Bildband entstehen.

Bert Strebe (* 1958) war jahrzehntelang Journalist. Heute arbeitet er als Schriftsteller und als Fotograf. Er lebt in Hannover.

www.schneetalrabe.de, bert.strebe